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Umwelterziehung im Kindergarten

Ernährung & Konsum von Lebensmitteln

Dass die Art und Weise unserer Ernährung weitaus mehr Bedeutung trägt, als nur das Stillen unseres Hungergefühls, ist mittlerweile einer breiten Masse bekannt. Aber das vorhandene Bewusstsein allein reicht noch nicht aus, um auch den kleinsten Bürgern unter uns einen angemessenen Umgang mit Lebensmitteln beizubringen. Getreu unserer Serie über Umwelterziehung wollen wir heute dem Thema nachhaltiger Nahrungsmittelkonsum im Kindergarten nachgehen.

 

Kleine Bauern

Warum nicht einen eigenen Garten im Außenbereich des Kindergartens anlegen? Hier können Gemüse- und Obstsorten angepflanzt und später geerntet werden. Ein Kräutergarten mit Namensschildern, Obstbäume oder ein Kompost sind weitere Ideen.

Gemeinsam mit den Erziehern/innen entwickeln die Kinder so ein eigenes kleines Ökosystem und lernen am praktischen Beispiel, wie man Nahrungsmittel produziert. Wenn die reifen Äpfel dann vom Baum gepflückt werden können und die Karotten aus der Erde hervorgucken, ist die Freude umso größer.

 

Die Heimat im Topf

Beim gemeinsamen Zubereiten von Nahrungsmitteln lernen Kinder die Eigenschaften von Grundzutaten kennen sowie den Geschmack und Geruch von verschiedenen Gewürzen. Außerdem wird ihnen gezeigt, wie man Gurken schält, Kartoffeln kocht oder Salat zubereitet. Das gemeinsame Kochen vermittelt Ernährungsgrundlagen und bringt allen Beteiligten gleichzeitig jede Menge Spaß.

Ziel soll u.a. sein, den Kindern zu zeigen, dass ein Essen nicht aus der Tüte oder aus dem Gefrierfach kommt, sondern aus verschiedenen Grundnahrungsmitteln zubereitet wird und (kinder-)leicht ist.

Falls die Küche im Kindergarten nicht genug Platz bietet oder die Küchenausstattung recht spärlich ist, bietet sich ein externer Kochkurs an. An einem Tag werden – z.B. mit den selbstmitgebrachten Lebensmitteln – leckere kindgerechte Rezepte gekocht. 

 

Qualität gegen Masse

Massenweise werden heutzutage Lebensmittel einfach weggeworfen. Die westliche Welt lebt im Konsumüberfluss, während Menschen in anderen Erdteilen ums Überleben kämpfen. Ein ausgewogener Konsum muss her und diese Botschaft darf gern auch schon im Kindergarten vermittelt werden. Gerade beim eigenen Verzehr können Kinder schnell lernen, wie viel man täglich zur Nahrungsaufnahme braucht und dass es vor allem auf die Qualität der Nahrung ankommt. In diesem Sinne können Regeln in der KiTa eingeführt werden wie „Jeder nimmt sich zunächst eine kleine Portion, wenn er danach noch Hunger hat, darf nachgeschlagen werden.“ Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass man den Kleinen das Gefühl vermittelt, dass genug Essen für jeden da ist. Es geht nicht um Diät oder Sparen, sondern um eine bewusste Wahrnehmung für das Konsumverhalten.

Schon bei der Ernte oder beim Zubereiten von Lebensmitteln im Kindergarten können Kinder lernen, Proportionen einzuschätzen. Das, was übrigbleibt oder von vornherein zu viel ist, wird aufbewahrt, mit nach Hause genommen oder sogar verkauft. Hierbei ist wiederum wichtig, den Kindern beizubringen, wie man welche Nahrungsmittel verstaut, sodass sie nicht schlecht werden. 

 

Zeit für einen Ausflug

Das Thema Ernährung findet man an verschiedenen Ecken wieder. Wie wäre es mit einem Besuch im nächsten Bio- oder Weltladen? Hier können die Kinder noch mehr über den Anbau und die Herkunft von Lebensmitteln erfahren.

Genauso bietet der Wochenmarkt eine Vielfalt an Produkten. Für das nächste Mittagessen können hier alle Zutaten gemeinsam eingekauft werden. Alternativ kann auch ein eigener Wochenmarkt im Kindergarten organisiert werden. Die selbst angebauten Nahrungsmittel werden von den Kindern schön verpackt und Stände werden geschmückt. Alle Eltern, Großeltern und Freunde bringen ebenfalls selbstgemachte Produkte wie Marmelade, Kuchen oder Brot mit.

Ziel solcher Aktionen ist es u.a. biologisch angebaute und fair gehandelte Lebensmittel kennenzulernen und Vielfalt zu entdecken. 

 

Nase, Augen & Mund anregen

Beim Zubereiten und Verzehren von Speisen spielen alle Sinne mit. Die Sinneswahrnehmungen sind für Kinder generell sehr wichtig, um ihre Umgebung besser wahrzunehmen und zu erkunden. Hier kann man gut ansetzen, um sich auch spielerisch Apfel & Co. zu nähern. Kleine Ratespiele bringen Spaß und vermitteln Kindern gleichzeitig, dass jede einzelne Zutat einen individuellen Geruch und Geschmack abgibt.

Tastsinn: Man bastle eine Kiste mit Loch und lege eine Frucht hinein (z.B. Birne, Banane, Beeren). Nun werden einem Kind die Augen verbunden und dieses muss durch Fühlen und Tasten erraten, um welche Frucht es sich handelt. Dieses Spiel kann nach Belieben auch mit Gemüsesorten oder Zutaten wie Kartoffeln, Reis, Nudeln gespielt werden.

Geschmackssinn: Das Schmecken einer Zutat kann getestet werden, indem ganz kleine Portionen auf einen Teelöffel gegeben werden. Dem Kind, das an der Reihe ist, werden vorher die Augen verbunden und es muss nun anhand des Geschmackes erraten, was es isst.

Geruchssinn: Gemäß den ersten beiden Varianten kann man auch Düfte und Gerüche von Grundnahrungsmitteln erraten lassen. Hier eigenen sich besonders frische Kräuter + Gewürze.

 

Alle Eltern machen mit

Wichtig für eine einheitliche Ernährungserziehung im Kindergarten ist das Einbeziehen der Eltern. Diese sollten mindestens informiert werden über die Handhabung mit Lebensmitteln im Kindergarten. Natürlich kann man Eltern nicht vorschreiben (und schon gar nicht kontrollieren), wie sie die Ernährung ihrer Kinder gestalten, jedoch verstärkt sich der Lerneffekt bei Kindern, wenn alle Erziehungs- und Betreuungspersonen an einem Strang ziehen. So ist es den Kleinen möglich, gewisse Verhaltensweisen in den Alltag zu integrieren. Eine schöne Möglichkeit dies zu fördern, ist ein Informationstag für Eltern, Kinder und Erzieher, an dem sich alle austauschen, gemeinsam über gesunde Ernährung sprechen und zusammen kochen.

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